Eine fliegende Legende

Jakovlev Aircraft

Sonntag morgens, völlige Ruhe auf dem noch verschlafenen kleinen Airfield südlich von Paris. Der Tau liegt noch frisch auf dem Gras und die einzigen Geräusche, sind die Klänge ein paar Vögeln, die einsam am sonst leeren Himmel kreisen. Plötzlich durchbricht das lautstarke Schmettern eines Sternmotors die Morgenruhe. Der immer lauter werdende Sound lässt uns aufhorchen. Und da taucht sie urplötzlich hinter einem Hangar auf und überfliegt mit einem unvergleichbaren Sound sehr tief in Messerfluglage den Flugplatz. So schnell wie Sie aufgetaucht ist, ist sie auch schon wieder in den Wolken verschwunden, die Yakovlev Yak-3U F-AZIM.



Yak-3

Ende 1942, begann das Entwicklungsbüro Jakowlew mit den Projektierungsarbeiten zur Leichterung und Verbesserung der Jak-Serie. Diese Maschine war eine Weiterentwicklung der Jak-1M mit um 300 kg reduzierter Masse und um 3,00 m2; veringerter Flügelfläche. Chefkonstrukteur Jakowlew schreibt in seinen Memoiren dass ihn seit Ende 1942 die Idee bewegte, das perfekte Jagdflugzeug zu schaffen. Der Schlüssel lag in der kompromisslosen Reduzierung der Masse des Flugzeugs. Seit Beginn der militärischen Flugzeugentwicklung wurden die Jagdflugzeuge zwar schneller und wendiger aber zugleich immer schwerer und brauchten deshalb auch immer stärkere Motoren, die immermehr Treibstoff verbrauchten. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, die Jak-1 als Ausgangsmodell in Hinblick auf ihr Gewicht und ihre Aerodynamik überarbeitet. Die Flügelfläche wurde auf 14,5 m2; verringert (Jak-1: 17,5 m2;). Die Aerodynamik konnte durch Verlegung des Wasser- und Ölkühlers ins Innere bzw. in die Tragflügelwurzeln, ein komplett einziehbares Fahrwerk und eine strömungsgünstige Kabinenverglasung verbessert werden. Sämtliche Flugzeugteile wurden auf eine mögliche Gewichtsreduzierung untersucht. Durch das Weglassen von Holz- und die Verwendung von Duralholmen in den Tragflächen konnte schließlich erreicht werden, dass die Jak-3 mit 2650 kg Startgewicht das leichteste Jagdflugzeug des 2. Weltkrieges wurde.
Die Flugerprobung begann im April 1943 und im Spätherbst wurden im Nowosibirsker Werk die ersten Flugzeuge gebaut. Die Jak-3 wurde im August 1944 an die Mannschaften ausgegeben. Ihre Hauptaufgabe bestand im Zusammenwirken mit den Bodentruppen. Sie verhinderte den Angriff gegnerischer Flugzeuge, diente als Begleitjäger, sowie als schnell und steil startender Abfangjäger für geringe Höhen. Die Jak-3 erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 646 km/h in 4650 m Höhe. In Bodennähe schwanken die Geschwindigkeitsangaben zwischen 570 km/h und 590 km/h. Angetrieben von einem ein Klimow WK-105PF-Z Reihenmotor. Insgesamt wurden 4848 Maschinen dieses Typs gebaut. Berühmtheit erlang die Jak3 im Jagdfliegerregiment Normandie-Njemen.

(Quelle: Wikipedia)

F-AZIM

Die F-AZIM wurde 1994 in Rumänien mit teilweise originalen Teilen komplett neu gebaut. Eigentümer des russischen Klassikers ist der Franzose Alain Capel von Capel Aviation. Capel Aviation wurde 1985 durch die Rückholung von 41 Yak´s in mehreren Version aus Ägypten nach Frankreich in der Warbirdszene bekannt. Die F-AZIM ist im französischen Klassikermekka La Ferté-Alais nahe Paris beheimatet. Die Maschine wird auf vielen Airshow in Frankreich und Europa vorgeflogen, so ist sie auch in Deutschland recht bekannt. Neben den großen Veranstaltungen wie Meeting Aérien de la Ferté-Alais, Flying Legend Duxford ist die Maschine auch regelmäßiger Gast auf der Hahnweide.

Motor

In der originalen Maschine war ein luftgekühlter 14 Zylinder Sternmotor vom Typ Shvetsov ASh-82 (M-82) verbaut. Die russische Weiterentwicklung des Shvetsov ASh-62 (wiederum russischer Lizenzbau des amerikanischen Wright R-1820 Cyclone) leistete rund 1500PS.
Da dieser Orginalmotor heute sehr selten ist, treibt ein fast baugleicher und wesentlich zuverlässiger 14-Zylinder Pratt & Whitney R-1830 mit 1200PS die F-AZIM an. Das Leistungsverhältnis entspricht aufgrund des wegfallenden Gewichtes durch MG´s, Panzerung dem der Originalmaschine.

Leistungsdaten

  • Maximalgeschwindigkeit: 682 km/h (424 mph)
  • Baujahr: 1994
  • Spannweite: 9,20 m
  • Höhe 2,38 m
  • Länge: 8,46 m
  • Flügelfläche: 14,85 m2;
  • Leermasse: 2.105 kg
  • Startmasse: 2.660 kg
  • Steigzeit auf 5.000 m Höhe: 4,1 min
  • Reichweite: 710km
  • Gipfelhöhe: 11.800 m
  • Maximalgeschwindigkeit: 682 km/h (424 mph)

Marc Mathis

Pilot der Yak 3U ist der mit über 22000 Stunden extrem erfahrene Marc Mathis. Der Franzose führt die Maschine auch auf allen Airshow gekonnt dynamisch vor. Neben der Yak fliegt Marc auch noch eine private Zlin 526AFS, P-51 Mustang, Yak-11 und viele weitere Oldtimer. Marc hat insgesamt über 350 Airshow mit den verschiedensten Kunstflugzeugen und Warbirds bestritten.

Text: © Wikipedia & Mathias Grägel
Bilder: © Charly & Mathias Grägel / GME-AirFoto 2007